Wie allgemein bekannt waren da Michl und i am 21.06.09 beim MTB Marathon in Kleinzell im Mühlkreis/Oberösterreich am Start. Dies sollte unser erster Bike- Marathon mit über 100km Länge und über 3000hm werden.  Soweit so gut, die Vorzeichen standen nicht unbedingt gut für uns da wir in den Wochen davor nur sehr sporadisch zum trainieren kamen, Michl musste sich schließlich auf seine Meisterprüfung vorbereiten. Auch war das Wetter nicht sonderlich gut angesagt was mir allerdings nicht besonders wichtig schien…

Nach ca 2 1/2 stündiger Anreise von Frohnleiten schien noch alles perfekt zu laufen, auch beim Start war das Wetter optimal, Sonnenschein, ca 20°C und nur leichte Bewölkung.  Die erste Stunde ging ich auch ziemlich motiviert ins Rennen, fuhr einen eigentlich viel zu hohen Puls, aber das Tempo stimmte. Das einzige was nervte war das Unvermögen einiger anderer Biker die auf den technisch schwierigen Singletrails teilweise wie die ersten Menschen unterwegs waren. Dauernd stürzte wer vor oder hinter mir, und das obwohl zu diesem Zeitpunkt die Strecke noch größtenteils trocken war… Naja…

Michl hatte ich inzwischen verloren und da mein Puls ohnehin für diese lange Distanz zu hoch war legte ich einen gemütlichen Abschnitt ein und es dauerte nicht lange war Michl auch schon wieder an meiner Seite und berichtete mir den Grund seiner “Verspätung”: 1x Kette abgesprungen und 1x gestürzt…

Gut, wir einigten uns darauf das relativ gemütliche Tempo erstmal beizubehalten um nicht schon vorzeitig das ganze Pulver zu verheizen, wir hatten ja erst ca 15km von 100km hinter uns… Es dauerte nicht lange und Regen setzte ein. Zu diesem Zeitpunkt ärgerten wir uns zwar darüber, ohne aber zu wissen was dies in weiterer Folge für das Rennen bedeuten würde. Der Regen wurde immer stärker sodass sich die Strecke nach und nach aufweichte und wir nach einer halben Stunde nur mehr Gatsch unter den Reifen hatten.  Es wurde wirklich extrem schwer, auf den Wiesenabschnitten rutschte man extrem, im Wald gings über nasse Wurzeln, Steine und jede Menge Gatsch… Streckenabschnitte die sonst eigentlich keine Herausforderung darstellten konnten unter diesen Bedingungen nur sehr langsam bewältigt werden, auch das Sturzrisiko stieg immens, dauernd stürzte wer, Michl kam auf 4 Stürze am gesamten Marathon, ich hatte gottseidank Glück… Auch bergauf wurde es natürlich nicht einfacher, es kam uns vor als würden wir doppelt soviel Kraft auf diesem tiefen Untergrund benötigen.

Nach zwei, drei weiteren Stunden waren wir dann schon ziemlich fertig dabei hatten wir gerade mal gut die Hälfte des Rennens bewältigt, zu allem Überfluss mussten wir an einem gestürzten Biker vorbei der regungslos auf der Strecke lag, bereits von der Rettung versorgt wurde und mit einer Aludecke abgedeckt war. Von daweg ging es zumindest ich bergab noch vorsichtiger an als schon zuvor…

Der Regen lies zwar immer wieder nach, allerdings kam Wind auf, und die Temperaturanzeige auf meinem Polar- Pulsmessgerät zeigte nur mehr 11°C an, es war wirklich eiskalt. Die Motivation war natürlich auch schon längst fort und das fehlende Training rächte sich immens. Michl und ich wollten nur mehr irgenwie ins Ziel kommen, ohne Ambitionen, gefahrlos ins Ziel “rollen”. Die Bikes waren derart verdreckt dass teilweise schalten nicht mehr möglich war da die Ritzel komplett verklumpt mit Gras, Ästen und Dreck waren. Gottseidank hatten einige Anreiner schon den Gartenschlauch bereitgelegt sodass wir während dem Rennen ein Paar mal den gröbsten Dreck entfernen konnten.

Leider hatte dies alles zur Folge dass wir den letzen Kontrollpunkt vor dem Ziel nach ca 82km nicht mehr innerhalb der Karenzzeit erreichten und das Rennen gezwungenermaßen abbrechen mussten. Leicht frustriert über unsere Disqualifikation rollten wir dann auf der Straße ins Ziel.

Trotz alledem war es ein extrem interessantes Erlebnis und eine wertvolle Lehrstunde für Michl und mich!

Hier noch der Text des Newsletters des Veranstalters den ich einige Tage nach dem Marathon per e-mail gekam:

Liebe Biker/Innen

Hart – Härter – GRANIT Marathon!
Ein Ritt in die Hölle und zurück!
Das absolut härteste Mountainbikerennen!
Eigentlich unmenschlich!
Der absolute Wahnsinn!

Dieses und vieles mehr waren die Statements der Finisher des 9. Raiffeisen GRANIT Marathon am vergangenen Sonntag. Beim Startsignal um 09.00 Uhr herrschte ideales Biker-Wetter. Zu diesem Zeitpunkt konnte niemand erahnen, was noch folgen sollte. Leicht einsetzender Regen, nochmalige Auflockerung – und dann kam es ganz schlimm. Der Himmel öffnete seine Schleusen und gewaltige Wassermassen prasselten auf die Biker nieder. Die Regengüsse wurden mit Hagel, Blitz und Donner begleitet. Die Strecke wurde dadurch extrem aufgeweicht und das Rennen war extrem schwierig.

Jeder einzelne Biker ging an/über die Leistungsgrenze, um schließlich völlig abgekämpft ins Ziel zu kommen. Trikots und Gesichter waren derart verdreckt, sodass man viele Biker nur Anhand der Startnummer identifizieren konnte. Jeder war ein großer Sieger.

Trotz den widrigen Wetterbedingungen hat die neue Europameisterschaftsstrecke für 2011 die Bewährungsprobe absolut bestanden und wird sicherlich beibehalten werden.

Roman Rametsteiner wurde seiner Favoritenrolle beim 9. Raiffeisen Granitmarathon in Kleinzell gerecht und gewann souverän. Nach gut viereinhalb Stunden gehörte die Granittrophäe ihm: “Die ersten drei Stunden waren perfekt, aber dann wurde es wild. Der Hagel hat auf den Händen gebrannt und mir war kalt. Ein Betreuer hat mir seine Jacke geliehen, sonst hätte ich es nicht aushalten können”, sagte der Mühlviertler schließlich im Ziel. Bei der Halbzeit am Ameisberg war das Rennen noch offen, er ließ aber den Verfolgern keine Chance. Bei den Damen ging die Granittrophäe an Barbara Lebutsch mit einer Zeit von 7:08:27. Hinter ihr fuhr Inge Gutscher ins Ziel. Den Small-Bewerb über 49 Kilometer gewann Florian Krennmaier vor dem Tschechen Petr Cirkl. Bei den Damen siegte Monika Schachl. Im Light Bewerb über 27 Kilometer waren Daniel Hochstrasser und Maria Reitinger die Sieger.

Professionelle Fotos vom Rennen wurden vom Team des Sportografen angefertigt und sind online abrufbar und erwerbbar. Weitere Bilder sind demnächst auf unserer Webside www.granitmarathon.at zu besichtigen.

Ergebnisse gibt es bei Alge-Timing Pflanzl Dort kann man auch seine eigene persönliche Urkunde mit Platzierung und Zeit aufrufen und ausdrucken.

Wir bedanken uns bei allen aktiven Teilnehmern welche diese Strapazen auf sich genommen haben und somit dem GRANIT Marathon ein neues Kapitel aufgedrückt haben. Möge der Wettergott im nächsten Jahr gnädiger sein.

Das Organisationsteam

Natürlich möchte ich euch die Fotos nicht vorenthalten: